Antrag für Stolpersteine

Zur nächsten Sitzung des Rates stellt die Fraktion für Ratsarbeit, Austausch, Kooperation, Technik, Innovation, Ortsentwicklung und Nebenwirkungen (Die FRAKTION) den nachfolgenden Antrag:

Antrag

Teilnahme am Kunstprojekt „Stolpersteine“ von Gunter Demnig

Beschlussvorschlag:

  1. Der Rat der Gemeinde Schlangen beschließt, am Projekt Stolpersteine teilzunehmen.
  2. Der Rat der Gemeinde Schlangen beschließt, eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung von 5 Stolpersteinen zu übernehmen. Damit fallen Kosten in Höhe von insgesamt 600 Euro an.

Begründung

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ (Talmud)

Um diesem Vergessen vorzubeugen, erinnert der Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt „Stolpersteine“ europaweit an Menschen, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Dabei werden kleine Gedenksteine (10cm x 10 cm) in den Bürgersteig vor jenen Häusern eingelassen, in denen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu Hause waren, bevor sie deportiert, inhaftiert oder ermordet wurden.

Auch in der Gemeinde Schlangen gibt es Opfer des Nationalsozialismus zu beklagen. In der von Heinz Wiemann herausgegebenen Ortschronik „Geschichte der Dörfer Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz und Haustenbeck – Band 1“ ist von einer unklaren Anzahl von jüdischen Bürgerinnen und Mitbürgern die Rede, die verfolgt, deportiert und ermordet wurden sowie von Opfern, die aufgrund von Misshandlungen in der Gemeinde Schlangen verstorben sind.

Das Schicksal dieser Menschen und das unsägliche Leid, das sie ertragen mussten, dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Dies ist umso wichtiger in einer Zeit, in der fremdenfeindliche und rassistische Parolen mehr und mehr salonfähig zu werden scheinen und Vertreter von rechtspopulistischen Parteien ein „Ende der Schuldkultur“ verlangen.

Nazis töten.

Hier einige Informationen zur Vorgehensweise:

• Weil die Stolpersteine im öffentlichen Raum verlegt werden, ist eine Genehmigung des Rates der Gemeinde erforderlich.

• Das Interesse an der Verlegung von Stolpersteinen ist groß. Da die Steine bei einer Erstverlegung von Gunter Demnig selbst eingesetzt werden, muss mit einer Wartezeit von einem Dreivierteljahr bis zur Verlegung gerechnet werden (frühestens jedoch ab September 2021).

• In der Zwischenzeit wird die genaue Recherche in Bezug auf die Opfer, aber auch auf überlebende Familienangehörige betrieben, denn eine Idee der Kunstaktion ist, die Familien im Gedenken wieder „zusammenzuführen“. An dieser Recherche, ebenso wie an der Planung der Feierlichkeit zur Verlegung der Steine, können partei- und generationsübergreifend Menschen mitarbeiten. Mögliche Kooperationspartner und -formen könnten zum Beispiel die Offene Jugendarbeit Schlangen, der Heimat- und Verkehrsverein, der Förderverein Ortsgeschichte oder sonstige interessierte Initiativen und Organisationen sein.

• Es werden Patinnen und Paten für die Übernahme der Kosten für Herstellung und Verlegung der Steine gesucht. Alle Steine werden bewusst in Handarbeit gefertigt, damit ein Kontrastpunkt zur maschinellen Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern gesetzt wird. Daher fallen pro Stein insgesamt Kosten in Höhe von 120 Euro für Material, Fertigung und Verlegung an.

• Innerhalb einer kleinen Zeremonie findet die Verlegung der Stolpersteine statt.

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